interkulturelle Medienwerkstatt.................
 
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PANGEA wurde 2002 als Projekt des Kulturvereins Medea ins Leben gerufen und ist eine multifunktionale und multikulturelle Medienwerkstatt.
Die Medienwerkstätte wurde aus dem Bedürfnis seiner Zielgruppe heraus gegründet, welches in unmittelbarem Zusammenhang mit der kreativen Ausdrucksfähigkeit jenseits von kulturellen und sprachlichen Barrieren steht.

Seit 2005 wird PANGEA als eigenständiger Verein, zum Teil von ehemaligen UserInnen, geführt. Die interkulturelle Medienwerkstatt PANGEA befindet sich im Zentrum von Linz, wo junge AsylwerberInnen, Flüchtlinge, MigrantInnen der ersten und zweiten Generation und ÖsterreicherInnen einander begegnen.
Die BesucherInnen sind vor allem an dem Angebot des freien Internetzugangs interessiert. Weiters wird den NutzerInnen die Möglichkeit geboten, sich an kulturpolitischen und künstlerischen Projekten des Vereins zu beteiligen und selbst die Initiative zu ergreifen, Projektideen einzubringen und zu verwirklichen.

Bis Ende Oktober 2005 wurden 383 UserInnen aus 36 unterschiedlichen Ländern registriert, aktiv sind aktuell cirka 200 Jugendliche.

PANGEA will ein Forum für Jugendliche und junge Erwachsene aus Migrationszusammenhängen bilden, in dem sie sich mit ihrer Lebenssituation als "Zugereiste" kreativ, mittels verschiedener Medien, auseinandersetzen können. Ziel ist es die eigene Lebensrealität, die einerseits durch das Aufwachsen in Österreich und andererseits durch die Kultur der Eltern und Verwandten bestimmt wird, mit verschiedenen Medien und künstlerischen Ausdrucksmitteln aufzuarbeiten. Dadurch wird den NutzerInnen die Möglichkeit geboten ihr Umfeld aktiv mitzugestalten und dadurch zu bereichern.

Wesentliche Aspekte der Arbeit von PANGEA liegen in der Stärkung der sozialen Kompetenzen, die aktive Integration sowie die Förderung und Unterstützung der Selbstorganisation bzw. Partizipation der NutzerInnen.
Ein praxisorientierter Schwerpunkt von PANGEA liegt darin, NutzerInnen soweit als möglich in beruflichen, rechtlichen und sozialen Fragen zu unterstützen und zu beraten bzw. erhalten sie Informationen, wohin sie sich mit spezifischen Problemen wenden können.

PANGEA bietet jede Woche vier betreute Medientage, an denen die TeilnehmerInnen die Räumlichkeiten nutzen können um selbstständig an ihren Beiträgen zu arbeiten oder das Internet zu nutzen.

Seit 2002 wird ein eigener Mädchen- und Frauentag in der Medienwerkstatt angeboten und verschiedene Workshops widmen sich auch thematisch feministischen und genderorientierten Themen. Die Durchsetzung des Gender-Mainstreaming-Konzepts der EU liegt allen Aktivitäten und Strukturen von PANGEA zugrunde.

Durch erfolgreiche Kooperationen wurde und wird die wichtige Verbindung von Sozialarbeit, Kulturpolitik und Kunst gefestigt und stetig weiterentwickelt und darüber hinaus das breite Angebot von PANGEA sichergestellt.

 

ZIELE

Der Arbeitsbereich von PANGEA liegt an der Schnittstelle von Kulturarbeit, Bildungsarbeit (Vermittlung von Medienkompetenz) und Sozialarbeit. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Ziele, welche aber immer in einem gemeinsamen Kontext stehen.

PANGEA will Jugendliche und junge Erwachsene zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und der "neuen Heimat" anregen und über medienpädagogische Arbeit Hilfestellung zur Selbstpositionierung leisten.
Die NutzerInnen sollen nicht präsentiert werden, sie präsentieren sich selbst. Die gemeinsame Arbeit am Produkt stellt hierbei einen integrativen Prozess dar, der zur interkulturellen Verständigung beiträgt. Die Möglichkeit zur aktiven, selbstgewählten Integration ist ebenso wichtig wie die gegenseitige Unterstützung in Lernprozessen.

Die konkreten Themenbereiche und deren Darstellung werden von den Jugendlichen definiert. Themen der gemeinsamen inhaltlichen Arbeit sind zum Beispiel: Jugendkulturen, Musik, Sprachproblematik, Rassismus und Vorurteile, Probleme bei der Arbeitsplatz- bzw. Lehrstellensuche, Möglichkeiten zur Selbstorganisation, Vergleiche von kulturellen Strukturen.

Die Nutzung neuer Medien in der Jugendarbeit schafft Spielräume für aktive Integrationsarbeit. Ein wesentliches Ziel von PANGEA liegt darin, dass ausländische Jugendliche nicht nur mit ihrer eigenen Volksgruppe verkehren, sondern lernen sich in einer multi-ethnischen Gesellschaft zu bewegen. Sie werden sowohl mit der lokalen Kultur wie auch mit der Kultur anderer Länder konfrontiert.

PANGEA unterstützt die Vernetzung verschiedener Organisationen von und für MigrantInnen und stellt somit längerfristig eine Kommunikationsplattform dar.

 

ZIELGRUPPE

Hauptzielgruppe von PANGEA sind junge AsylwerberInnen, Flüchtlinge, MigrantInnen der ersten und zweiten Generation und ÖsterreicherInnen aus Linz und Umgebung im Alter zwischen 16 und 30 Jahren.

Da es in der Region um Linz kaum Angebote für diese spezielle Zielgruppe gibt, nutzen und unterstützen immer mehr junge Menschen das Angebot von PANGEA.
Hervorragende Kontakte zu unterschiedlichen MigrantInnen-Organisationen, Sozialeinrichtungen und Flüchtlingsbetreuungsstellen erleichtern den Kontakt zur Zielgruppe.

Da UserInnen aus rund 36 verschiedenen Ländern die Medienwerkstatt nutzen sind es vor allem kulturelle und ethnische Unterschiede, die PANGEA für viele so interessant und reizvoll machten

 

ORGANISATION UND TECHNIK

Die Stadt Linz überließ PANGEA im Jahr 2004 zwölf ältere Computer die auf Internet-Workstations umgerüstet wurden. Für PANGEA wurde auf den spezifischen Anforderungen der Medienwerkstatt ein Netzwerk aufgebaut, womit von jedem der 10 Arbeitsplätze auf das Benutzerkonto (Account) des jeweiligen Users zugegriffen werden kann.
Das gesamte System wurde von einem Techniker großteils ehrenamtlich entwickelt. Um die technische Betreuung, die Weiterentwicklung und Wartung dieses Systems zu sichern und den Wissenstransfer zu gewährleisten wurde ein Techniker angestellt.
Betreut werden die Jugendlichen von zwei MedienpädagogInnen, die auch für die gesamte Adminstration des Vereins zuständig sind.

 

ANERKENNUNGEN UND PREISE

2007

FÖRDERPREIS FÜR PROJEKTE DER KUNST IM SOZIALEN RAUM
des Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur

2005

LANDESPREIS FÜR KUNST IM INTERKULTURELLEN DIALOG
Gemeinsam mit dem Verein Medea

STADT DER KULTUREN
Kooperation zwischen Pangea und dem Verein Afghanmaug

INTERKULTURPREIS
der SPÖ für das Projekt "Act.Against.Racism"

2004

STADT DER KULTUREN
Preis für "PANGEA - Vom Projekt zum Verein"

2003

30. SCHWEIZER JUGENDFOTOPREIS
Vierter Platz für eine Auswahl unserer Fotos

2001

EUROPEAN FOUNDATION FOR PHOTOGRAPHIE

INTEGRATIVER JUGENDPREIS
der Stadt Linz Dritter Platz für das Projekt "zuagroast"

STADT DER KULTUREN
Preis für die Projekte "artenreich" und "zuagroast"

KOLARIC LEBT - PLAKATWETTBEWERB
Erster Platz für das Foto "Stop"

MEIN NACHBAR - FOTOWETTBEWERB
der neuen Gallerie Linz / Zweiter Platz

2000

INTERKULTURPREIS
der SPÖ für das Projekt "zuagroast"